Die folgende Klarstellung wurde auch als Flugblatt
beim "moving history" Film Festival (Potsdam) am 22. September 2017 verteilt

 

Achtung! Gattungsgifter am Werk!

Gerd Kroske macht keinen Film über das Sozialistische Patientenkollektiv (SPK). Er dreht einen Film ohne SPK, einen Film gegen das SPK. Er ver-dreht. Aber mögen er und andere es auch drehen und wenden, wie sie wollen: Das SPK als Gattungsgeschichtsbeginn schafft keiner mehr aus der Welt, keine Ärzteklasse, keiner ihrer Wurmfortsätze.

Wir, SPK/Patientenfront, die wir seit damals dabeigeblieben oder neu hinzugekommen sind und weitermachen, haben jede Zusammenarbeit mit Herrn Kroske abgelehnt. Und zwar wegen seiner offensichtlichen Krankheitskollektivfeindlichkeit.

Das SPK (1970/71), seine kollektiv freigesetzten Krankheitskräfte (kollektiver Wärmekörper) – über 17 Monate lang gegen alle Widerstände aus Medizin, Politik und Gesellschaft durchgesetzt –, seine Inhalte, Theorie und Pathopraktik können niemals Gegenstand eines Films sein. Die Neuwirklichkeit herstellenden und realitätssprengenden Wirkungen der Krankheitskraft passen prinzipiell nicht in den iatrokapitalistischen Verwertungsrahmen der Ware Film. Übrig bleibt da ausschließlich Sensationalistisch-Begebenheitsgeschichtliches, will heißen: Marktgängiges.
Also kein SPK.

Aus gegebenem Anlass (s.u.) hatten wir Herrn Kroske bereits im Januar 2017 geschrieben:

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KRRIM – PF-Verlag für Krankheit, Mannheim

An: realistfilm, Gerd Kroske, Berlin

An: Verteiler

Mannheim, 15.01.2017

Betr.: Sozialistisches Patientenkollektiv / Patientenfront, SPK/PF(H)

Bezug: Projekt "Psycho-RAF? Eine Geschichte des SPK", Autor/Regie Gerd Kroske

Telefonanruf vom 13.01.2017 auf unserem Anrufbeantworter von einer Telefonnummer der realistfilm, Berlin (wie wir herausfanden). Name der Anrufenden unverständlich, ohne Nennung der Firma, Bestellung einer "DVD zum SPK".

Ihnen ist die Verwendung jeglicher SPK- und SPK/PF(H)-Materialien, seien es Bücher, Schriften, Tonband-Kassetten oder Videos/DVD, untersagt.

Urheber- und Nutzungsrechte liegen beim Frontpatienten Huber, SPK/PF(H), W.D., Dr.med., und beim KRRIM – PF-Verlag für Krankheit. Dies bezieht sich auch auf Bücher, die in vergangenen Auflagen bei anderen Verlagen erschienen sind, z.B. "SPK – Aus der Krankheit eine Waffe machen". Eingeschlossen sind auch sämtliche veröffentlichten Texte der Internetseite www.spkpfh.de.

Die sensationslüsterne, auf Boulevard-Zeitungsniveau stehende Vorankündigung Ihres Filmprojekts mit dem Titel "Psycho-RAF?" zeigt Ihre krankheits- und patientenfeindliche Zielrichtung. Ein reißerischer Titel, um bei Filmförderungsanstalten Gelder einzusammeln, Gelder, die von der kranken Allgemeinheit via Steuern zwangseingetrieben wurden und nun verwendet werden für einen Film, der die reaktionäre Seite der Krankheit verstärkt, zum Schaden eben dieser kranken Allgemeinheit.

SPK und SPK/PF(H) hatte und hat weder etwas zu tun mit "Psycho" noch mit der patientenfeindlichen Riege Arischer Feldwebel ("RAF"), sondern mit Krankheit vs. Iatro-Kapitalismus.

Gerichtlich ist festgestellt:
Niemand von denen, die wegen SPK verurteilt wurden, wurde jemals wegen RAF verurteilt.
Niemand von denen, die wegen RAF verurteilt wurden, wurde jemals wegen SPK verurteilt.
 

Unser Krankheitsbegriff und unsere Pathopraktiken sprengen jeden Rahmen – auch aller "kunstschaffenden", "kulturellen" Medien – und sind keiner ärztlich geprägten Tausch-, Waren- und Wertmechanik einreihbar. Krankheit ist und bleibt Waffe der Veränderung und Erkenntnis.
Die revolutionären Inhalte des SPK, nämlich pro Krankheit, Ärztekrieg der strategische Angriffspunkt, Krankheit als Gattungsvorschein, Utopathie, Diapathik, Pathopraktik, diese Inhalte sind nicht marktgängig.

Unser Krankheitsbegriff passt nicht in den profit- und ärztenormgesteuerten Rahmen der Medien. Aus diesem falschen Rahmen können nur Falschmeldungen und Fälschungen folgen, wenn es um die revolutionäre Seite der Krankheit geht, sei es um den Krankheitsbegriff, sei es um PF/SPK(H). Ohne Pro-Krankheit und Pathopraktik ist sogar jede noch so teilnehmende und sogar teilnahmsvolle Beobachtung nichts.

Was uns, SPK/PF(H), betrifft, so wollen wir weder gelesen, noch gefilmt, noch bedudelt werden, sondern, wo immer möglich, fortgesetzt, nein!, übertroffen werden.
Wer meint, das SPK und SPK/PF(H) in die herrschende ärztliche Wertmechanik hineinpressen zu können, liegt nicht nur schief, sondern macht sich strafbar im Sinne des BGB und StGB (Verletzung von Urheber- und Persönlichkeitsrechten, Verwendung von Originalmaterialien im falschen Zusammenhang, falsche Bezugnahme, Verleumdung, Volksverhetzung).

KRRIM – PF-Verlag für Krankheit

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Dies unsere Absage an Herrn Kroske, nachdem er am 13.01.2017 vergeblich versucht hatte – inkognito und ohne Nennung des Verwendungszwecks – bei unserem SPK/PF-Verlag unser SPK-Video als verwertbares Bild- und Tonmaterial zu bestellen. Schon bei seinem ersten Kontakt versuchte er also, uns hinterrücks zu kommen.

Kroske macht keinen Film über das SPK. Er dreht einen Film darüber, was er und andere, die sich erklärtermaßen vom SPK distanzierten und distanzieren, sich unter dem SPK vorstellen – nachdem sie sich seit 46 Jahren mit Medienscheiß vollgesoffen haben. Schon allein der Arbeitstitel, feinsinnig (Kroske nennt’s "kritisch") mit Fragezeichen versehen, zeigt in aller Deutlichkeit, bis zu welchem Ausmaß sie sich seit 46 Jahren mit Medienscheiße vollgepumpt haben. Kroskes Versuch, seine verfilmte Besoffenheit durch sensationsgeile Medienpanscherei mit SPK-authentischen Ton- und Bildmaterialien anzureichern, haben wir durchkreuzt.

In seiner Antwort-Email vom 16.01.2017 beteuerte er, dass er sich immer mit dem ihn "filmisch interessierenden Gegenstand auseinandersetze", "gründliche Recherchen" mache, "sich informiere" und dass er sich "seit mehreren Jahren mit den Ereignissen des SPK beschäftige".

Als das bei uns nicht verfing, versuchte er es bei seinem zweiten Kontaktversuch – diesmal ein offizielles Schreiben seiner Filmfirma – auf die persönliche Tour mit "Geburtstagswünschen" an "Herrn Dr. Huber". Beigelegt war eine DVD, angepriesen als "rarer Film", ausgerechnet zur sog. "Antipsychiatrie". Das SPK hat und hatte noch nie etwas zu tun mit sog. Antipsychiatrie. Uns mit "Antipsychiatrie" zu kommen, zeigt Herrn Kroskes bodenlose Ignoranz dem SPK gegenüber. Wir haben ihm seine DVD postwendend zurückgeschickt.

Er hätte auch wissen können, dass der Frontpatient Huber, Gründer des SPK und der Patientenfront, jedem personenbezogenen, weil kollektivfeindlichen Abspaltungsversuch schon immer ganz entschieden entgegengetreten ist. Merke: revolutionäre Krankheitsentäußerung = unteilbare Gattung. "Nur Krankheit trägt und bestimmt, was von Individuum zu Individuum geht. Was hingegen von Person zu Person, d.h. von Maske zu Maske geht, ist schon Theater, Katharsis sogar und in seiner genuinen Beziehung zu Krankheit eiskalte Antipathie, vorverlegter Wärmetod" (Huber 1977/78).

Das neu gegründete Filmfestival "moving history" (Untertitel: Festival des historischen Films Potsdam, Sept. 2017) kam da gerade recht, den Bullenmist und Medienscheiß gattungsgiftig auf den Warenmarkt zu spucken. In seiner Ankündigung für sein "Werkstattgespräch" und nach angeblich "jahrelanger Beschäftigung" mit dem SPK kriegt es Herr Kroske hin – Tatsachen-immun, und das als Dokumentarfilmer! – Leute mit dem SPK in Verbindung zu bringen (Bernd Rössner, Ralf Baptist Friedrich), die nie etwas mit dem SPK zu tun hatten, die keinen Tag im SPK waren, die nie einen Fuß in die SPK-Räume in Heidelberg gesetzt haben!

Herr Kroske hat für seine Filminterviews niemanden vom SPK, niemanden der dabeigeblieben ist und weitergemacht hat, niemanden PRO Krankheit und gegen alles Ärztliche. Stattdessen muss er auf Leute zurückgreifen, die seit mehr als vier Jahrzehnten vom SPK weg sind, die nichts mehr mit dem SPK und dessen Kampf gegen die Ärzteklasse zu tun haben wollten. Er bekommt nur Weggebliebene und buchstäblich Fortgeschrittene vor die Kamera, also welche, die sich dem Inhalt Krankheit nie auch nur um Millimeterbruchteile angenähert haben oder der Ärzteklasse und dem ur-ärztlichen Modern-EuthaNAZIsmus die Stirn geboten haben, geschweige denn bieten.

Was durch diese sog. Zeitzeugen hindurch tönt, ist 46jährige Medienscheiße über das SPK, normoises, krankheitsfeindliches Gattungsgift im Interesse der Ärzteklasse, die seit dem SPK nichts mehr fürchtet, als dass Kranke (und wer ist das nicht?) aus der Krankheit eine revolutionäre Waffe machen.

Wer also kommt im Film zu Wort? Zum Beispiel ein Dr. med. Dietmar Höhne. War zur SPK-Zeit Arzt und Chef des Release, einer Hausgemeinschaft für Drogenabhängige in Heidelberg. Ganz im Gegensatz zum SPK hat er sich der Diktatur der Medizinischen Fakultät und deren Helfershelfer, OB Reinhold Zundel, unterworfen und hat sich ausdrücklich vom SPK distanziert, um auf seinem ärztlichen Pöstchen bleiben zu dürfen. Jahre später Approbationsentzug wegen Drogensachen. In den 1980ern Wiedererlangung der Approbation. Seitdem erneut als Arzt tätig. Er war Arzt, wollte Arzt bleiben und ist es bis heute.

Dagegen die Dres. Huber: Sie wollten ihre ärztliche Approbation nicht mehr zurück, sie lehnen es ab, auch nur die Approbation gemeinsam zu haben mit KZ-Ärzten, namentlich zum Beispiel Dr. Joseph Mengele, Dr. Hans Münch und Dr. Kurt Borm (kein Approbationsentzug bis heute!).

Oder Lutz Taufer? Erst kürzlich äußerte er sich öffentlich dahingehend, dass die einzigen kollektiven Erfahrungen, die er in seinem Leben je gemacht hat, was er nie mehr irgendwo sonst gefunden hat und wovon er noch heute zehrt, dass diese kollektiven Erfahrungen ausschließlich aus der Zeit im SPK stammen. Aber dass er als Patient im SPK war, dass es im SPK ausschließlich um kollektive Krankheit ging, um die revolutionäre Seite der Krankheit, etwas, das es zuvor in der Weltgeschichte noch nie gegeben hat, davon bei ihm kein Wort.

Nach dem Sozialistischen Patientenkollektiv kamen er und andere zur erklärtermaßen patientenfreien RAF, bei der nur mitmachen durfte, wer klinisch sauber war von allen SPK-Inhalten, wer zuvor alles verraten und allem abgeschworen hatte, was mit SPK zu tun hat, mit Krankheit und Revolution, mit der Neurevolution kraft Krankheit. Wer später zur RAF ging, war schon lange nicht mehr SPK.
Niemand war je als SPK-Patient bei der RAF, kein Lutz Taufer, kein Klaus Jünschke, keine Margrit Schiller, keine Sieglinde Hoffmann.

Uns, SPK/Patientenfront, bräuchte das alles inzwischen nichts mehr anzugehen, es sei denn als Fundus unseres unveräußerlichen krankheitskräftigen Kollektivgedächtnisses. Seit 1970/71 hat sich das SPK – in Kontinuität als SPK/Patientenfront – weltweit durchgesetzt. Es gibt unsere Veröffentlichungen in den wichtigsten Weltsprachen, es gibt SPK/PF(MFE) in Österreich, Spanien, Italien, Griechenland, Kolumbien, Kanada, Brasilien und in vielen anderen Ländern.

Was uns aber im Interesse der Patientenklasse voll und ganz angeht: Die Lage der Welt ist Krankheit. Alle können jederzeit und an jedem Ort weltweit krank werden, sind es schon längst und werden von den Ärzten entsprechend etikettiert, diagnostiziert, selektiert und ausgeschlachtet.
Die Antwort der Ärzteklasse auf das weltweit weiter wachsende Problem Krankheit:

Wem nützt’s? All denen, die mit der Kompromisskatastrophenpolitik gerade so weitermachen wollen zur Machterhaltung, zur Profitsteigerung und der persönlichen Bereicherung einiger weniger. Die Ärzteklasse sorgt dafür, den Protest aus der Krankheit niederzuhalten, die Ärzte damit die wichtigsten Systemgaranten, die Ärzteklasse selbst die alles durchherrschende Herrscherklasse, unauffällig und gut getarnt.

Lösungen für das weltweite Problem Krankheit, arzt-freie Lösungen, hat nur SPK/Patientenfront, Lösungen pro Krankheit, für die Kranken. Keine HEILsversprechen, keine Ausrottung, keine Selektion, kein EuthaNAZIsmus, stattdessen arztfreie Kollektivierung der Krankheit, kollektive Krankheitsarbeit, kollektive Herstellung der Gattung Mensch!

Es geht um die Heutigen, die die Krankheitskraft, die SPK-Lebenskraft, viel nötiger haben als alle Gleichaltrigen damals im SPK. Nicht nur zum revolutionären Verändern, sondern zum existenziellen Überleben in der iatrokapitalistischen Trümmerlandschaft.

Nichts davon bei Kroske. Stattdessen marktgängige Banalitäten und ärztlich normierte Schablonen und Etiketten wie "Selbstermächtigung", "Verwahr-Psychiatrie", "Antipsychiatrie", "Rechte von Psychiatriepatienten", "umstrittene Therapiemethoden", "Deutscher Herbst" und "Stammheim" zwecks Geschichtsfälschung im Interesse der Herrschenden, von wegen: "moving history". Außer Verhältnis zum SPK, Lichtjahre entfernt vom SPK und der Neurevolution kraft Krankheit.

Anderen Medienscheißern war es immerhin schon einmal (1971) möglich gewesen, die alle Formen sprengende Krankheitskraft des SPK andeutungsweise zu umreißen: Wenn klar ist, und das SPK hat es dargelegt, dass Kapitalismus und Krankheit untrennbar zusammengehören, dann ist dies ein sozialer Sprengstoff mit unabsehbaren Folgen. – Für wen? Für die Herrschenden, allen voran die alles beherrschende und durchherrschende Ärzteklasse.

Um das SPK geht es Herrn Kroske nicht. Dafür fehlen ihm allein schon die philosophischen und politischen Verständnisvoraussetzungen. Was ihm aber vor allem fehlt, ist der Bezug zur eigenen Krankheit und erst recht zu Krankheit als gesellschaftlichem Sachverhalt. Auch erfüllt er nicht einmal die Minimalanforderungen in Sachen Recherche und Materialerfassung, eine Bankrotterklärung für jemand, der sich "Dokumentarfilmer" nennt. Es geht ihm um seine persönliche Karriere und Wertsteigerung als Filmregisseur. Dafür versucht er sich das SPK so zurechtzudrehen, dass es in den Verwertungsrahmen auch dieses Filmfestivals passt.

Wer sich tatsächlich für die Geschichte des SPK interessiert und dafür, wie es bis heute als SPK/PF(H) weitergegangen ist, der kann auf die folgenden Kränkschriften zurückgreifen:

Alles beim KRRIM – PF-Verlag für Krankheit und – für alle zugänglich – auch in unserer Internationalen Bibliothek der spezifizierten Krankheitsanwendung: www.spkpfh.de (über 1.200 Texte).

Sozialistisches Patientenkollektiv / Patientenfront =
kosmisch-sozialrevolutionäre Krankheitswirklichkeit

Der amorphe Wärmekörper ist im Übergang von Gottung in Gattung
verbindliche Thermomimetik, älter als die Welt und neuer als die kollektive Neun.

(Huber, 2006)

Sozialistisches Patientenkollektiv / Patientenfront, SPK/PF(H), 22.09.2017